Barhuf-Pferde
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Pferdegerechte Fütterung

 

 

Für pferdegerechte Fütterung gibt es zwei wichtige Grundsätze, die oft zitiert, wissenschaftlich und empirisch belegt sind.

 

1. Den Pferden die ständige Futteraufnahme ermöglichen

2. Artenreiches Raufutter anbieten

 

Und eine Grundsatz, der mir sehr wichtig ist: Weitestgehender Verzicht auf künstlichen Zusätzen, wie Vitaminen und Mineralien.

 

 

Ständige Futteraufnahme

 

Das Pferd hat aufgrund seiner Entwicklungsgeschichte und den ursprünglichen Umwelten ein besonderes Verdauungssystem. Es verfügt nur über einen verhältnismäßig kleinen Magen. Weswegen es nur kleine Mengen Futter aufnehmen kann. Der Pferdemagen hat noch eine andere Besonderheit. Die Magensäfte werden ständig und immer abgegeben. Anders wie bei uns Menschen oder unseren Hunden. Dazu kommt, das im weiteren Verlauf des Verdauungstraktes nämlich im Dünndarm die Gallenflüssigkeit ständig von der Galle abgegeben wird. Eine Gallenblase oder eine andere "Lagervorrichtung" hat das Pferd nicht.

 

Aus diesen Tatsachen lässt sich nun ganz klar sagen, dass das Pferd ein Dauerfresser ist. Unter ursprünglichen Umständen nimmt das Pferd täglich bis zu 18Stunden lang Futter auf.

Lässt man ein Pferd nun längere Zeit ohne Futter stehen, beispielsweise auf den beliebten Sandpaddocks oder in der Nacht in der Spänebox, setzt die Selbstverdauung ein. Ein Unstand der leider sehr oft die Ursache für Magenerkrankungen (Magengeschwüren) ist.

 

Neben den Magenproblemen, die durch die ständige Magensaftabgabe entstehen, löst eine "Hunger-Fütterung" aber auch viele phsychische Probleme beim Pferd aus. Das Grundbedürfnis Fressen ist nicht gestillt, dazu kommen die schmerzhaften Magen-Darmprobleme. Viele Pferde wissen sich aus ihrer Not nicht zu helfen und entwickeln Verhaltensstörungen, wie Koppen oder Weben. Auch das Boxenrennen zählt dazu.

Das Pferd lässt sich als Dauerfresser bezeichnen.

 

 

Artenreiches Raufutter

 

Leider sind die Wiesen und Weiden, die Hauptfutterlieferanten unserer Pferde, stark unter Druck. Immer mehr Pferde sollen von ihnen ernährt werden. Kräuter werden oft mit Schadkräutern verwechselt und aus den Beständen entfernt. Zurück bleibt eine strahlend grüne Fläche, die einen Artenreichtum von drei oder vier Gräsern aufweist.

Das ursprünglichere Nahrungsspektrum unserer Pferde sah und vorallem sieht jedoch anders aus. Gras spielt in frischer und getrockneter Form klar die Hauptrolle in der Ernährung der ehemaligen Steppenbewohnern, doch das Futterspektrum der Pferde reicht weiter.

 

Egal, wo der Ursprung unserer Hauspferde nun liegt, ob in der STeppe, oder Savanne oder in den nördlichen Tundren, die Pferde haben immer viele unterschiedliche Pflanzen aufgenommen.

Auf den Pferdespeisekarten standen neben den Gräser auch Kräuter, Knollen, Früchte, Knospen, Zweige und Blätter.

Die Kräuter kann man den Pferden sehr leicht über das Weidegras oder das Heu anbieten. Die Biodiversität der Pferdeflächen kann ausgesprochen schön und vielfältig sein. Neben den Vorteilen des Artenreichtums kann man auch ganz klar sagen, dass die Pferde über die unterschiedlichen Kräuter auch eine Art "Selbstmedikation" und eine natürliche Art der Mineralisierung betreiben können.

Wir Menschen können den Speiseplan der Pferde mit Knollen, Früchten oder beblätterten Zweigen abwechslungsreicher gestalten.

Raufutter

 

Es sollte immer ein pferdegerechtes Raufutter angeboten werden. Das Heißt, dass Raufutter sollte strukturreich und artenreich sein. Weiter sollte das Heu trocken, staubarm, Schimmelpilzfrei sein. Gutes Pferdeheu fühlt sich griffig an und hat einen typisch aromatischen Heugeruch.

 

Das Heu ist ein sehr guter Energielieferant. Viele Pferde brauchen neben der ausreichenden Menge Heu und einem guten Mineralfutter kein weiteres "Kraftfutter". Die Überladung des Verdauungssystemes mit Getreide sollte immer kritisch gesehen werden. Gerade die Getreidearten, die aufgrund ihrer Stärkestrukturen nur im Dickdarm durch die Mithilfe der Darmflora verstoffwechselt werden können, sollten vom Speiseplan des Pferdes verschwinden.
Mit einem sinnigen und pferdegerechten Einsatz der Futtermittel, Raufutter und "Kraftfutter", kann man als Pferdebesitzer seinem Pferd viel Krankheit und Schmerz ersparen.

 

Zusatzstoffe und künstliche Inhaltsstoffe

 

Die meisten Futtermittel, die für unsere Pferde im Handel erhältlich sind, sind angereichert mit künstlichen Zusatzmitteln, wie Geruchsstoffen, Geschmacksstoffen, aber auch mit Künstlichen Vitaminen und Mineralien. Die Pferde brauchen diese ganzen Stoffe gar nicht. Zumindest nicht in dieser Form. Die meisten Stoffe sind nur wegen uns Menschen im Futter. Das Futter riecht besser, sieht für uns geschmackvoller aus. Doch die künstlichen Futterstoffe belasten den Pferdekörper nur unnötig. Künstliche Vitamine udn Mineralien können teilweise gar nicht aufgenommen werden vom Pferd. Bei der Futterwahl ist daher genau auf die Zusammensetzung und die Inhaltsstoffe zu achten, damit das eigene Pferd lange gesund bleiben kann. Keine leichte Aufgabe bei den Mengen an Futtermitteln, die es mittlerweile für unsere Pferde auf dem Markt gibt.

 

 

 

 

Bei Fragen und zur Pferdefutterberatung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

 

 

Die ersten Seminar- und Kurstermine für 2017 sind online.

 

Individuelle und artgerechte Futterberatung für Ihr Pferd.

 

Keine Neukundenaufnahme möglich. Eine Wartelist wird geführt.

 

 

 

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© Anna-Katharina Ludewig